Mit Vorsicht im Wald wandern - erhöhte Gefahr durch Hitze- und Trockenschäden
20. Okt 2026
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Die Auswirkungen des Klimawandels und des extremen Hitzesommers 2026 sind in unseren Wäldern unübersehbar. Die aussergewöhnliche und anhaltende Hitze und Trockenheit haben vielen Bäumen massiv zugesetzt. Wie sich die Situation weiter entwickeln wird, ist schwierig abzuschätzen. Auf einen sehr heissen und äusserst trockenen Sommer folgt ein ebenso trockener und zu warmer Herbst 2026.
Die braunen, vertrockneten Baumkronen, vor allem von Buchen, die im Sommer das Landschaftsbild prägten, lassen vermuten, dass die Bäume sich nicht mehr vollumfänglich erholen und womöglich im grossen Umfang absterben werden. Regional bestehen erhebliche Unterschiede. Während zum Beispiel die Wälder am Jurasüdfuss stark gelitten haben, sieht die Situation im Berner Oberland generell besser aus.
Wälder, welche längerer Zeit grosser Hitze ausgesetzt waren, kaum Niederschläge erhielten und auf Böden stehen, die das Wasser nur schlecht speichern, sind besonders stark betroffen. Hinzu kommt die unterschiedliche Hitzebeständigkeit einzelner Baumarten. Insbesondere die Buche, welche im Schweizer Mittelland stark verbreitet ist, leidet seit Jahren unter der sommerlichen Hitze und der Trockenheit. Die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer investieren in neue, hitzeresistentere Baumarten und die Verjüngung wie auch die Pflege der Wälder. Doch braucht es Jahre, bis sich entsprechende Projekte positiv auf den Wald auswirken.
Die Folge: Baumkronen und Äste können ohne Vorwarnung abbrechen und auch auf signalisierte Wanderwege stürzen. Stürme und Schneelasten bringen ganze Bäume zu Fall, die in gesundem Zustand den Witterungseinflüssen standhalten. Da sich das Laub im Herbst verfärbt und abgeworfen wird, sind die geschwächten und geschädigten Bäume in den kommenden Monaten optisch kaum mehr von gesunden zu unterscheiden.
Was wird unternommen?
Die betroffenen Gemeinden analysieren die Situation laufend. Gemeinsam mit den zuständigen Forstrevieren und in Absprache mit den Berner Wanderwegen wird entschieden, wie vorgegangen wird: Förster und Verantwortliche der Gemeinden schätzen die Gefährdung der Wanderwege durch geschwächte Bäume ein. Die Grundeigentümer entscheiden gemeinsam mit den Gemeinden über allfällige Sicherheitsmassnahmen. Das kann einzelne Äste, ganze Bäume oder komplette Waldgebiete betreffen.
Die Berner Wanderwege beraten die Involvierten bei diesem Prozess. Das Gefahrenpotential wie auch Holzereiarbeiten können zu Umleitungen oder temporären Sperrungen von Wanderwegen führen. Diesen ist zwingend Folge zu leisten, denn die Gefahr von herunterstürzenden Ästen, Baumkronen oder ganzen Bäumen können Laien praktisch nicht einschätzen.
Überblick der Wegsperrungen und Umleitungen
Richtiges Verhalten als Wandernde
Doch auch die Wandernden können zu ihrer eigenen Sicherheit beitragen und Eigenverantwortung übernehmen. Wir empfehlen folgende Verhaltensregeln bei Wanderwegen, welche durch Wälder führen:
- Sich informieren: Plane deine Wanderungen sorgfältig, checke die Wetterprognosen. Im Zweifelsfall erkundige dich bei den zuständigen Stellen (Gemeinden, Forstrevieren oder den Berner Wanderwegen) und prüfe alternative Routen.
- Aufmerksam sein: Beachte Wegsperrungen und Warnhinweise strikt.
- Rastplätze bedacht auswählen: Prüfe mögliche Rastplätze auf allfällige Gefahren wie herabstürzende Äste und Baumkronen.
- Verhalten anpassen: Betrete den Wald bei starkem Wind, Sturm, Gewitter und intensiven Niederschlägen nicht.
- Risiko abschätzen: Das Betreten des Waldes erfolgt auf eigene Gefahr. Obwohl die Gemeinden und die Landeigentümer viel Zeit und Geld in die Pflege und den Unterhalt der Wälder investieren, bleibt ein Restrisiko bestehen. Die Schwächung einzelner Bäume erhöht dieses.
- Vermeide Feuer: Informiere dich über allfällige Feuerverbote und halte dich strikt an diese.
